5. Fahrt

14.07. -06.08.1917; Atlantik und Irische See

14.07.1917

KL Heeseler läuft zusammen mit U 46 (Oblt. z.S. Leo Hillebrand) von Helgoland nach Norden aus, begleitet von Torpedoboot T 106 und zwei Fliegern. Danach übernimmt die 17. Halbflottille zusammen mit 3 Flugzeugen die Sicherung. Auf der Höhe von Lyngvig kehrt die Halbflottille um. Die beiden U-Boote fahren weiter die Küste entlang und begegnen UC 55 (Oblt. z.S. Horst Rühle von Lilienstern).

15.07.1917

Querab von Hansholm kommt U 46 außer Sicht. Bei Hellwerden steuert U 54 Zickzack-Kurs Richtung Nordwest und tritt um 15 Uhr ins eigene Sperrgebiet ein.

16.07.1917

Auf der weiteren Fahrt durch die Nordsee wird der 60. Breitengrad bei regnerischem Wetter überschritten ohne dass Schiffsverkehr angetroffen wird.

17.07.1917

Zwischen den Faröer und Shetland Inseln wird eine Zickzack fahrende, bewaffnete Yacht gesichtet. U 54 weicht getaucht aus.

18.07.1917

Weiter in den Atlantik auf Südwest-Kurs.

19.07.1917

Am Abend ist das Operationsgebiet vor dem Nordkanal erreicht. Es wird jedoch kein Verkehr angetroffen.

20.07.1917

Bei ruhiger See und guter Sicht wird U 58 (Oblt. z.S. Karl Scherb) auf der Heimreise angetroffen, mit dem auf Rufweite Erfahrungen ausgetauscht werden. Später kommt in einiger Entfernung ein feindliches U-Boot in Sicht, dem über Wasser ausgewichen wird.

21.07.1917

Nachts wegen geringer Sicht auf 30 m getaucht und beim Hellwerden wieder aufgetaucht. Später wegen Nebels wieder bis Mittag getaucht. In dem von U 58 empfohlenen Seegebiet werden jedoch keine Schiffe angetroffen.

22.07.1917

Am späten Nachmittag kommen zwei Dampfer in Sicht, die jedoch vor Einbruch der Dunkelheit nicht mehr angegriffen werden können

23.07.1917

Beim Hellwerden kommt einer der Dampfer wieder in Sicht und wird unter Wasser angegriffen. Auf 1.100 m Entfernung trifft der Torpedo das Schiff in der Mitte. Die Mannschaften gingen nach dem Treffer in die Boote. U 54 vermutet, dass es sich um ein mitlitärisches Fahrzeug, einen Hilfskreuzer, handelt. Der Name wird nicht richtig erkannt. Getroffen wurde der britische Dampfer ASLEIGH, 6.689 BRT. Das Boot taucht auf und erkennt eine weitere Rauchwolke, anscheinend der zweite Dampfer vom vorigen Abend. Dieser wird offenbar von einem anderen U-Boot beschossen. U 54 läuft mit hoher Fahrt auf den Dampfer zu um in den Artilleriekampf einzugreifen. Als der Beschuss jedoch abbricht, taucht es zum Unterwasserangriff. Der Dampfer dreht jedoch ab zu den Rettungsbooten des versenkten Schiffs. Da dieser nun vor der Anwesenheit eines U-Bootes gewarnt ist, dreht er in Zickzackkursen ab und versucht, U 54 zu umgehen. Dieses taucht daraufhin auf und sichtet einen neuen Dampfer, auf den es einen Unterwasserangriff ansetzt. Der abgefeuerte C/06 Torpedo trifft das Schiff auf 1.000 m Entfernung mittig.Huelva - Gut erkennbar ist die Geschützplattform auf dem Vordeck Das Schiff bekommt Schlagseite nach rechts, richtet sich jedoch wieder auf und sinkt dann über das Heck. Die Besatzung bestieg 3 Boote. Ein viertes wurde durch eine Detonation aus der Aufhängung gerissen. Die Identität wurde nicht festgestellt. Es handelte sich um den britischen Dampfer HUELVA, 4.876 BRT. Nach dem Auftauchen wird der Dampfer im Nebel trotz Suchens nicht wiedergefunden. An diesem Tag wird nachts um 23 Uhr noch ein dritter Dampfer gesichtet, der auf das Boot zuläuft. Nach dem Tauchmanöver ist es für einen Unterwasserangriff zu spät. Aufgrund festgestellter Bemalung wird eine U-Bootsfalle vermutet.

24.07.1917

Den Rest der Nacht taucht U 54 wieder wegen schlechter Sichtverhältnisse. Beim Auftauchen in der Dämmerung ist ein Dampfer in geringem Abstand in Sicht. Der folgende Angriff endet mit einem Fehlschuss, da wohl eine zu große Tiefe eingestellt war. Der anschließende Artillerieangriff musste wegen Nebel abgebrochen werden. Kurz vor 8 Uhr kommt der Dampfer dann außer Sicht. Mittags um 12 Uhr wird U 54 von einem feindlichen U-Boot mit einem Torpedo beschossen. Dieser durchbricht jedoch mehrfach die Oberfläche, so dass er gesichtet wird und abgedreht werden kann. Der Kommandant beschließt, dieses Gebiet für einige Tage zu verlassen. Am Nachmittag kommt noch ein auf 12.000 BRT geschätzter Dampfer in Sicht, der sich jedoch durch seinen Zickzack-Kurs dem Angriff kurz vor der Dunkelheit entzieht.

25.07.1917

Am nächsten Morgen ist der Dampfer beim Hellwerden wieder in Sicht und U 54 versucht, sich vor diesen zu setzen. Plötzlich kommen jedoch vier Zerstörer auf das U-Boot zu, das auf 40 m abtauchen muss. Aufgrund eines einmal verschlüsselt und ein zweites mal offen abgegebenen Funkspruchs des Dampfers vermutet U-54, dass dieser eine U-Bootsfalle ist, die mit den Zerstörern zusammenarbeitet und es gesichtet hat. Es nimmt wieder Kurs auf das Operationsgebiet vom 23.07. und sichtet am Abend zwei scheinbar unbewachte Dampfer. Der zweite Dampfer wird mit Torpedo angegriffen und getroffen. Mehrere, darunter eine sehr starke Detonation lassen darauf schließen, dass auch Munition transportiert wurde. Nach dem Auftauchen wird das Sinken beobachtet. Der 3.071 BRT große Dampfer RUSTINGTON richtet sich mit dem Bug senkrecht auf und verschwindet um 23 Uhr in der Tiefe. In einem Rettungsboot wird ein helles Signalfeuer abgebrannt. U 54 hatte wegen der Dämmerung nicht die Bewachung des Dampfers bemerkt und wird nun aus ca. 4-5.000 m beschossen. Beim Alarmtauchen auf 40 m werden Artillerieaufschläge gehört.

26.07.1917

SS Somerset ThumbGegen 7:00 Uhr taucht U 54 wieder auf, geht aber gleich wieder auf Angriffstiefe, da ein Dampfer in Sicht ist. Treffer nach Bugangriff mit Torpedo aus 2.800 m Entfernung. Die Besatzung des voll beladenen und daher tief liegenden britischen Dampfers SOMERSET, 8.710 BRT, setzt sich in vier großen Rettungsbooten ab bevor das Schiff über das Heck sinkt. Zwei Stunden später werden ein weiterer Dampfer, aber auch ein feindliches U-Boot gesichtet. U 54 wird gesehen, aber der Dampfer dreht nicht ab und fährt keine Zickzackkurse. Es wird ein F.T.-Signal vom Dampfer aufgefangen, bei dem die Längenangabe genau mit dem Standort von U 54 übereinstimmte. Es wird daher eine U-Bootsfalle vermutet, zumal der Dampfer während der ganzen Zeit versuchte, U 54 zwischen sich und das U-Boot zu bringen. Daher wird ausgewichen. Zwei bewaffnete Bewachungsdampfer, die das Seegebiet offenbar bei Stopps mit Horchgeräten absuchen, passieren auf Gegenkurs. In der Abenddämmerung wird wieder aufgetaucht.

27.07.1917

Um 10 Uhr kommt ein Dampfer in Sicht, auf den zwei Stunden später ein Heckangriff durchgeführt wird. Fehlschuss - Der Torpedo läuft hinten vorbei. Der Dampfer warf daraufhin eine Wasserbombe und setzte sich ab. Im Laufe des Nachmittags kommen noch zwei weitere Dampfer in Sicht, ein Angriff aber nicht möglich.

28.07.1917

U-54 gibt mittags eine F.T.-Meldung an die Station Brügge ab in der es die versenkte Tonnage und den festgestellten starken Schiffsverkehr meldet sowie eine U-Bootswarnung abgibt. Zwar reicht der Treibstoffvorrat noch für ein bis zwei Tage im Operationsgebiet, in der Nacht wird aber dennoch der Rückmarsch angetreten. Es ist nur noch Brot für 5 Tage vorhanden, der Rest ist verschimmelt.

29.07.1917

Nachdem in der Dämmerung einem Zerstörer ausgewichen werden musste, wird gegen 11 Uhr ein Dampfer angegriffen. Kurz vor derm Schuß läuft plötzlich ein Torpedo eines anderen U-Bootes in Richtung des Dampfers. In 100 - 150 m Entfernung wird dessen Sehrohr gesichtet. Es ist nicht klar, ob der Angriff nicht U 54 galt. Das andere U-Boot antwortet auf Unterwassersignal nicht. Daher läuft U 54 mit Ausweichkurs ab.

30.07.1917

Abends kommen zwei Dampfer in Sicht, dem nördlichen wird entgegengefahren.

31.07.1917

Alcides-ThumbnailAngriff kurz nach Mitternacht, jedoch Fehlschuss mit Bugtorpedo auf 1.600 m. Beim Auftauchmanöver um 6:50 Uhr kommen ein Segler im Schlepp eines Schleppers und ein Bewacher in Sicht. Der Schlepper wirft los und kehrt mit dem Bewacher zum Hafen zurück. Während des Segelmanövers wird der Segler um 9 Uhr angegriffen.  und mit Bronzetorpedo getroffen. Die norwegische Viermastbark ALCIDES, 2.704 BRT legt sich sofort stark zur Seite und kentert. Die Besatzung rettet sich in zwei Boote und auf Flöße. Der Untergang wird von Schlepper und Bewacher, die gerade aus Sicht kommen, nicht bemerkt. Kurz darauf kommt kurz U 46 in Sicht, mit dem ein Peilsignal ausgetauscht wird.

01.08.1917

Nordostkurs durch den Atlantik.

02.08.1917

Mehrfaches Tauchen wegen Nebels. Die Faröer kommen in Sicht.

03.08.1917

Zwischen den Faröer und Shetland-Inseln in die Nordsee eingefahren.

04.08.1917

Um 11 Uhr wird U 54 aus der Sonne heraus von feindlichem U-Boot angegriffen. Laufbahn wird frühzeitig bemerkt und hart abgedreht, so dass der Torpedo in 20 m Entfernung längs am Boot vorbeiläuft. Der 60. Breitengrad wird passiert.

05.08.1917

Aus dem deutschen Sperrgebiet ausgetreten und südwärts entlang der dänischen Küste gesteuert. Über Nacht auf Grund gelegt.

06.08.1917

Kurz hinter Lyngvig-Leuchtturm übernehmen zwei Boote der XII. Halbflottille und zwei Flugzeuge die Sicherung. Festmachen in Helgoland um 14:30 Uhr.

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